Potenzialanalyse

Mit der Potenzialanalyse werden die technischen und wirtschaftlichen Emissionsminderungspotenziale auf der Verbraucherseite durch stationäre Energieverbräuche (einschließlich Energieeffizienzmaßnahmen), im Verkehrssektor sowie durch den Einsatz erneuerbarer Energien und durch Veränderungen in der Energieversorgungsstruktur kurz-, mittel- und langfristig bis 2050 in 5-jährlicher Fortschreibung betrachtet.

Weitere Grafiken und Details entnehmen Sie bitte den Folien zur Zwischenpräsentation unter dem Reiter “Ergebnisse, Materialien und Downloads“.

THG-Emissionen und Einsparpotenziale durch stationäre Energieverbräuche

Auf der Basis von bundesweiten Studien zu wirtschaftlichen Minderungspotenzialen des Energieverbrauchs sowie mit detaillierten Studien hinsichtlich zukünftiger Energieverbrauchsentwicklungen in privaten Haushalten können anhand der Ergebnisse der zuvor erstellten Energie- und Treibhausgas-Bilanzierung sowie unter der Annahme von moderaten Energiepreissteigerungen die technischen und wirtschaftlichen THG-Emissionsminderungspotenziale, sowohl für den kurz-/mittelfristigen Zeitraum bis zu den Jahren 2025/2030 als auch langfristig bis zum Jahr 2050, berechnet werden. Diese übergreifenden Einsparpotenziale werden durch lokalspezifische Gebäudetypologie und -alter sowie Auskünfte über Alter und Typen der vorhandenen Heizungsanlagen aus lokalen Schornsteinfegerdaten verfeinert. In den verschiedenen Sektoren (private Haushalte, Wirtschaft, kommunale Verwaltung und Verkehr) lassen sich aus den Minderungspotenzialen im Bereich der Raumheizung und Prozesswärme somit Handlungsschwerpunkte ableiten.

Es wird deutlich, dass – quantitativ betrachtet – die Sektoren private Haushalte und Gewerbe-Handel-Dienstleistung bei der Entwicklung von Maßnahmenempfehlungen die größte Relevanz aufweisen. Im Vergleich dazu können die kommunalen Liegenschaften nur geringfügig zur stadtweiten Emissionsminderung beitragen, im Hinblick auf ihre Vorbildwirkung bei der Durchführung von Energieeinspar- und Effizienzmaßnahmen ist dies jedoch nicht zu vernachlässigen.

Gemäß der THG-Bilanzierung im Verkehrssektor lagen die Emissionen im Bilanzierungsjahr für Bad Honnef mit 1 % nur geringfügig höher als im Bezugsjahr 1990. Die Abnahme der verursachten Emissionen im Verkehrssektor von 2019 bis 2020 ist dabei auf die Corona-Pandemie zurückzuführen. Durch eine vollständige Umsetzung der Einspar-Maßnahmen kann auf 2020 bezogen eine absolute Reduktion der jährlichen THG-Emissionen von etwa 73,5 Kilotonnen CO2eq/a bis 2050 erreicht werden. Das entspricht einer Minderung von 92 %. Unter Berücksichtigung der im Frühjahr 2021 verschärften Klimaschutzziele ergeben sich im Verkehrssektor bei einer Betrachtung bis zum Jahr 2045 THG-Minderungspotenziale von 66,8 Kilotonnen CO2eq/a, was etwa 84 % der Emissionen aus 2020 entspricht.

Es wird deutlich, dass in Bad Honnef hinsichtlich des Ausbaus der erneuerbaren Energien bis 2050 die größten THG-Vermeidungspotenziale in folgenden Bereichen liegen:

  • Stromerzeugung mittels Photovoltaik auf Dachflächen (21,6 Kilotonnen CO2eq/a)
  • Stromerzeugung mittels Photovoltaik auf Freiflächen (11,3 Kilotonnen CO2eq/a)
  • Stromerzeugung mittel Windkraft (9,7 Kilotonnen CO2eq/a).

Für die Erzeugung von Strom aus Wasserkraft gibt die Studie des LANUV für die Stadt Bad Honnef kein Potenzial aus. Ob dennoch ein Potenzial für Bad Honnef gehoben werden kann, ist durch lokale Studien zu erheben.

Durch zukünftig gesteigerte, energetische Verwertung von lokaler Biomasse und Biogasen aus der Land- und Forstwirtschaft sowie anhand von Abfällen lassen sich für den Strom- und Wärmesektor 2,6 Kilotonnen CO2eq/a im Jahr 2050 vermeiden.

Darüber hinaus existieren weitere THG-Einsparpotenziale in der Wärmeerzeugung:

  • mittels Umweltwärme, inklusive oberflächennaher Geothermie (3,1 Kilotonnen CO2eq/a)
  • sowie mittels solarthermischer Nutzung von Dachflächen in Wohn- und Mischgebieten (0,6 Kilotonnen CO2eq/a).

In der Summe ergibt sich durch den Ersatz fossiler Brennstoffe und den Einsatz von erneuerbaren Energien im Jahr 2025 ein THG-Einsparpotenzial von ca. 8,9 Kilotonnen CO2eq/a, im Jahr 2030 von ca. 44,1 Kilotonnen CO2eq/a und im Jahr 2050 ein Potenzial von insgesamt ca. 48,9 Kilotonnen CO2eq/a. Eine detaillierte Beschreibung zur Ermittlung von THG-Einsparpotenzialen der jeweiligen erneuerbaren Energien und Energietechniken erfolgt in den jeweiligen Kapiteln des Klimaschutzkonzepts.